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Kräuter gegen Husten

Pflanzenkraft half schon in früheren Zeiten gegen so manch hartnäckigen Husten. Haben nicht schon unsere Großeltern gewusst, welche Kräuter und „Unkräuter“ man dafür braucht? Wer kann sich nicht an die heilsamen Kräuter erinnern, mit denen so manche Tasse Tee unsere Kindheit mit Thymian, Spitzwegerich, oder Königskerze begleitet hat? Tee zu trinken wärmt, lindert und pflegt zugleich!

Husten entsteht häufig durch Infekte der oberen Atemwege oder Bronchitis. Grundsätzlich sollte man verstehen, dass Hustenerkrankungen ein Schutzreflex des Körpers sind, um Keime, Schad- und Fremdstoffe in den Atemwegen zu lösen und nach außen zu transportieren. Ein hartnäckiger Husten ist allerdings unangenehm und sollte gelindert werden.

Nicht selten beginnt Husten mit einem Kribbeln oder Kratzen im Hals. Der entstandene, zähflüssige Schleim wird dann durch den Husten ausgeworfen, um die Atemwege zu befreien. Hier werden z.B. Thymian und Fichte unterstützend verwendet. Bei Reizhusten meist trockenem benötigt man reizlindernde Kräuter z.B. Spitzwegerich und Königskerze.

Natürlich gibt es auch andere Erkrankungen, die nicht unbedingt sofort mit Husten in Verbindung gebracht werden, wie z.B.

– Viren und Bakterien

– chronisches Sodbrennen

– Stress

– Herzprobleme

– Rauchen

– Medikamente

– Vergiftungen

Spitzwegerich Plantago lanceolata wächst im Frühjahr auf Wiesen und an Wegesrändern. Die Wegerichpflanze besitzt zahlreiche Inhaltsstoffe, die Iridoidglykoside, wie Aucubin und Catapol. Beim Spitzwegerich werden die Blätter verwendet, die vorwiegend innerlich bei Bronchialverschleimung und zur Stärkung der Lunge zum Einsatz kommen. Der Einsatz von Spitzwegerich mit seinen Schleim- und Gerbstoffen macht ihn zu einer starken Heilpflanze bei Reizhusten, Entzündungen der Atemwege und Katarrh.   Spitzwegerich bildet eine schützende Schicht über der angegriffenen Schleimhaut. Er wirkt gegen Bakterien im Rachenraum und entkrampft die Bronchien. Spitzwegerich ist auch als Lungenheilpflanze bekannt, da die Kieselsäure das Lungenwebe unterstützt. Also eine ideale Heilpflanze bei Hustenreiz. 1-2 TL für 200 ml kochendes Wasser. 8-10 Minuten bedeckt ziehen lassen und dann abgießen. Über den Tag verteilt 2 Tassen trinken. Besonders beliebt ist er in der Kinderheilkunde aufgrund seiner ausgesprochen seltenen Nebenwirkungen.

Thymian Thymus vulgaris, der gerne an sonnigen Plätzen wächst, ist mit eine der wichtigsten Heilpflanzen bei trockenem Husten, um den Schleim zu lösen. Thymian sollte während der Erkältungszeit in keiner Hausapotheke fehlen. Er wurde auch «Antibiotikum der armen Leute» genannt, was bereits im Volksmund auf seine Wirksamkeit bei Erkältungen hinwies. Aufgrund seiner vielfältigen Inhaltsstoffe, wie z. B. auswurffördernde Saponine, ist er ein ideales Heilmittel bei festsitzendem Schleim und trockenen Hustenkrämpfen oder Keuchhusten. Die ätherischen Öle Thymol und Carvacrol pflegen sanft und angenehm Lunge und Bronchien. Seine immunisierende Kraft steckt in jeder kleinen Triebspitze. 1-2 TL auf 200 ml kochendes Wasser 8-10 Minuten bedeckt ziehen lassen und dann abgießen. Für ein Bad mit Thymian übergießt man 100 g mit 1 l kochendem Wasser, lässt dies 20 Minuten ziehen, seiht es ab und gibt dies in ein Vollbad.

Königskerze Verbascum densiflorum wächst gerne an Böschungen und Wegrändern und dieses Jahr war ein ausgesprochenes Königskerzenjahr. An dieser wunderbaren Pflanze findet man die herrlichen, an die Sonne erinnernden Blüten, die nicht jedes Jahr erblühen. „Dass Pflanzen in einem Jahr besonders zahlreich wachsen, wenn sie vom Menschen nötig gebraucht werden“, ist eine alte Weisheit aus der Volksheilkunde. Ihre gelben Blüten mit einem hohen Anteil an Schleimstoffen, Saponinen und Flavonoiden, fördern die Feuchtigkeit in den Atemwegen und legen sich wie ein Schutz auf die Schleimhäute der Luftröhre und der Bronchien. Die Pflanzenschleime der Königskerze lindern hartnäckigen Hustenreiz und wirken abschwellend. Bei Husten und einem wunden Hals ist die Königskerze eine wunderbare Unterstützung zur Linderung und Auswurfförderung. Am besten 1-2 TL auf 250 ml kochendes Wasser, 8-10 Min. bedeckt ziehen lassen und dann abgießen. Um die reizverringernde Wirkung der Königskerze auch zu nutzen, übergießen Sie 1-2 Teel. mit 200 ml kaltem Wasser, lassen es bitte 2-3 Stunden ziehen, abseihen und trinkwarm genießen (ggf. nochmal etwas erwärmen). Tagsüber 2 Tassen, gerne mit Honig gesüßt, schluckweise trinken.  Seine milde Wirkung und der wunderbare Geschmack, sind auch bei Kindern sehr beliebt.

Eibisch (Altheae radix) das feine Malvengewächs ist bei uns eher selten, da sie eher in wärmeren Gegenden kultiviert ist. Manche mögen die ein Meter großen Pflanzen mit ihren weiß- rosa Blüten aus ihrem Garten kennen. Eibisch soll abwehr­steigernd, entzündungs­hemmend und reiz­lindernd wirken. Sein hoher Gehalt an schleimbildenden Stoffen wirkt auf die Atemwege wie ein feiner Schutzfilm.  Die mild wirkende Schleimdroge wird bei trockenem Reizhusten, Halsschmerzen und leichten Entzündungen im Rachenraum verwendet. 1 Eßl zerkleinerte, getrocknete Eibischwurzel mit 250 ml Wasser ansetzen. 3-4 Stunden ziehen lassen abseihen und trinkwarm erwärmen.

Gelber Hohlzahn Galeopsis segetum liebt einfache, karge Böden und wächst gerne in Kiesgruben. Seine große Vielseitigkeit findet sich nur in wenigen Heilpflanzen. Er wirkt mit seinen Saponinen und Gerbstoffen schleimlösend, auswurffördernd, adstringierend und stärkend für die Abwehr. Bereits die alten Griechen schätzten den Hohlzahn als pflegendes Mittel bei Lungenerkrankungen. Die Pflanze hat einen hohen Kieselsäureanteil, der zur Lungenkräftigung und pflegend zum Einsatz kommt.  1-2 Teel. auf 200 ml kochendes Wasser und 15-20 Minuten bedeckt ziehen lassen. Der Hohlzahn braucht diese Zeit, damit sich die Kieselsäure lösen kann.

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Fichtennadeln Picea abies L. Die Fichten welche gerne in Bergwäldern bis 1800 Meter wächst, ist ein heilsames Naturmittel. Ihre seit Jahrhunderten bekannte heilende Wirkung ist leider etwas in Vergessenheit geraten. Die pflegenden Eigenschaften der Fichtennadeln werden gerne bei Husten der oberen Luftwege eingesetzt. Die Nadeln enthalten Termepentin, Harz, ätherische Öle und Vitamin C, was den zähen Schleim verflüssigt und die Bronchien mit leicht antibakterieller und durchblutungspflegender Wirkung unterstützt. 1 TL auf 200 ml kochendes Wasser. 8-10 Minuten bedeckt ziehen lassen und dann abgießen.  Über den Tag verteilt 1-2 Tassen trinken. Der Tee kann gerne mit Honig gesüßt werden. Und wer es gerne wie in alten Zeiten mag kann sich auch einen Fichtenschnaps mit 2 Händen Fichtenwipfeln (bitte nicht aus Monokulturen), 1 Flasche milden Obstler ab 38 % Alkohol, 1 Stange Zimt übergießen und zugedeckt 4-5 Wochen stehen lassen. Anschließend gut abfiltern. Wer möchte kann noch einige Löffel braunen Zucker dazugeben. Täglich 1 kleines Gläschen, am besten vor dem Essen genießen.

Bei Reizhusten sollten einige Lebensdinge eingehalten werden, um den Husten zu lindern. Wichtig ist das regelmäßige Trinken zur Pflege der Schleimhäute im Hals- bzw. Rachenbereich. Dadurch wird eine weitere Reizung vermindert und lindert die Erkältungssymptome.

Heilkräuter einzeln können bereits hilfreich unterstützen. Oft empfiehlt es sich einige Kräuter miteinander zu kombinieren. So entstehen ausgleichende Effekte, die einen wirksamen Schutz vor weiterem quälenden Husten, als auch eine Linderung für die Schleimhäute beinhaltet.

Klassische Teerezeptur bei Reizhusten

20 g Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

20 g gelber Hohlzahn (Galeopsis segetum)

10 g Königskerze (Verbascum densiflorum)

10 g Thymian (Thymus vulgaris)

10 g Eibisch (Altheae radix)

1-2 Teelöffel der Mischung mit ¼ l nicht ganz kochendem Wasser übergießen (um die Schleimstoffe zu schützen), abdecken und 8-10 Min. ziehen lassen. Absieben und in kleinen Schlucken trinken. Pro Tag empfehlen sich 2-3 Tassen über den Tag verteilt zu trinken.

Getrocknete Kräuter sollten am besten in aromakonservierenden und lichtundurchlässigen Gefäßen aufbewahrt werden. An einem trockenen Ort ohne Feuchtigkeit und Sonne, sind die idealen Voraussetzungen.

Husten kann ganz harmlos durch eine Erkältung entstehen. Findet jedoch nach einer Woche keine Besserung der Beschwerden statt, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.